Frühgeschichte und Antike [Bearbeiten]
Die Existenz des Menschen im Gebiet von Istrien während des Paläolithikum ist durch Funde in der Romuald-Höhle im Limer-Kanal nachgewiesen. Die zweite Fundstätte ist Šandalja bei Pula, wo 12000 Jahre alte Überreste von Menschen gefunden wurden. Aus der jüngeren Steinzeit, um 6000 v. Chr. stammt die älteste, in den Höhlen auf den Inseln Cres, Lošinj und Krk gefundene Keramik, die sich durch ihre charakteristische Verzierung auszeichnet, die durch Eindrücken mit den Rändern einer Muschel oder von anderen Gegenständen ausgeführt wurde (Cardial- oder Impressokultur). Eine der ältesten nachgewiesenen Ansiedelungen in Istrien, der heutige Ort Premantura, reicht bis in die Bronzezeit zurück. In der Antike war die Halbinsel als Histria bekannt. Ihre Bewohner, die Histrier, werden von der Forschung entweder als mit den Venetern oder den Liburnern verwandt betrachtet. Die Römer lernten die Einwohner als verwegene Seeräuber kennen. Einen ersten Kriegszug nach Istrien unternahmen die Römer 221 v. Chr., nachdem sie das benachbarte Venetien in ihr Reich eingegliedert hatten. Zu erneuten Auseinandersetzungen der Römer mit den Histriern kam es, als erstere 181 v. Chr. die Kolonie Aquileia gründeten. Trotz intensiver Gegenwehr gelang es den Römern, Istrien bis 178 v. Chr. vollständig zu erobern. Bis zur Zeit Cäsars gehörte Istrien zum römischen Illyricum, das noch nicht vollständig als Provinz organisiert war. Unter Augustus und Tiberius wurde Istrien eine Region und bildete zusammen mit Venetien die sog. 10. region: 'Venetia et Histria' . Alle freien Bewohner Istriens waren seitdem römische Bürger.
Siehe auch: Histrier
Mittelalter [Bearbeiten]
Totentanz (15. Jahrhundert) in der St.-Maria-Kirche in Beram
In Istrien hielt sich das romanische Element durchgängig. Die Langobarden kamen 568 im Norden hinzu. Die einfallenden Slawen an der Ostgrenze oberhalb der Cicciaria verwüsteten Teile Istriens, vermochten es aber nicht einzunehmen und wurden von den Exarchen von Ravenna abgewehrt, vor allem während der Balkanfeldzüge des Maurikios durch Kallinikos.
Landnahme der Slawen [Bearbeiten]
In der ausgehenden Spätantike, im 6. Jahrhundert, rückten die Slawen (Kroaten, Slowenen und Serben) über die untere (im 5. Jahrhundert von den Westgoten verlassene) Donau vor und unternahmen Plünderungszüge zwischen den oströmischen Provinzen Illyrien und Makedonien (wichtige Informationen hierzu liefert auch die Chronik von Monemvasia). Hierbei operierten in der Regel kleinere Gruppen, die das unwegsame Gelände der Gebirge und die dichten Wälder ausnutzen. Da die damals reichen römischen Provinzen an der Ost-Adriaküste genug Beute hergaben, erfolgte eine Ansiedlung. Zunächst nur in den nicht mehr unter römischer Herrschaft stehenden und von den Langobarden 568 geräumten Gebieten des heutigen Istrien und Slawonien.
Da zu diesem Zeitpunkt eine ernst zu nehmende römische Balkanpolitik nicht stattfand, konnten die Slawen ungehindert zwischen den Julischen Alpen und dem Pelepones umherziehen und fast jährlich Teile des Balkans plündern. Nicht einmal der Hexamilion bei Korinth konnte die Südslawen aufhalten.
Frankenreich [Bearbeiten]
789 unterwarf Karlmann, Sohn Karls des Großen, Istrien dem Fränkischen Reich. 803 wurde es in die fränkische Mark Friaul eingegliedert. 827 erhielt das Patriarchat Aquileia die Metropolitangewalt über Istrien und seine Bischofssitze. 828 wurde die Mark Friaul in vier Grafschaften geteilt; Istrien bildete ab dann mit der Grafschaft Friaul die Mark Aquileia.
Hochmittelalter [Bearbeiten]
Die nördliche Adria und die Lagune von Venedig auf einer Karte des 17. Jh. (Joan Blaeu, Atlas Maior)
Im Hochmittelalter vergab Otto I. die Mark Aquileia (zusammen mit der Mark Verona) ab 952 an Bayern; ab 976 kam die Mark Aquileia an Kärnten. 1040 wurde Istrien von Heinrich III. in eine eigene, von Friaul abgesonderte Markgrafschaft des Heiligen Römischen Reiches umgewandelt.
Mit dieser Markgrafschaft, die auch unter dem Namen Meranien lief, wurden von 1040 bis 1208 nacheinander verschiedene Adelsgeschlechter belehnt, zuletzt ab 1170 die Grafen von Andechs, genannt Andechs-Meranien. Der erste von ihnen war Graf Berthold V., der auch Titularherzog von Dalmatien (Merania, Meran) war. Ihm folgte 1188 sein Sohn Berthold VI. und diesem 1204 sein vierter Sohn, Markgraf Heinrich von Istrien. Letzterem wurde 1208/09 die Teilnahme an der Ermordung König Philipps in die Schuhe geschoben, er verlor u. a. die Markgrafschaft und musste temporär ins Exil gehen.
Kaiser Otto IV. 1208 übergab sie dem Herzog Ludwig von Bayern. Dieser trat sie dem Patriarchen von Aquileia, Wolfger von Erla, ab, der darauf Anspruch erhob.
Da die Andechs-Meranier praktisch nie in Istrien residierten, bildeten sich dort relativ selbständige Besitzkomplexe des Patriarchats Aquileia, der örtlichen Bischöfe, venezianischer Klöster, der ravennatischen Bischofskirche Sant'Apollinare, der Dynastie von Duino (bei Triest) und der Grafen von Görz (Gorizia) heraus. Zusätzlich versuchte Venedig, zunächst erfolgreich, die Herrschaft über die Küstenstädte zu erringen. Sein Einfluss wurde jedoch in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts durch die Patriarchen von Aquileia wieder zurückgedrängt.
In der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts jedoch, als das Reich nach Ende der Staufer-Dynastie geschwächt war, konnte Venedig zu Lasten des Patriarchats von Aquileia wieder an Einfluss gewinnen. Parallel dazu bauten die Grafen von Görz ihren Einfluss im Inneren der Halbinsel – ebenfalls auf Kosten Aquileias – aus. Im Frieden von Treviso 1291 erhielten dann endgültig Venedig die Hoheit über die Küste von Koper (Capodistra) bis Rovinj (Rovigno) und die Grafen von Görz über die Karstgebiete im Inneren. Pola, das sich unabhängig gemacht hatte, kam erst 1331 unter venezianische Herrschaft. Triest konnte sich noch länger unabhängig halten; es unterstellte sich 1382 der Schutzherrschaft der Habsburger. An diese neuen Herren waren 1374 durch Erbvertrag auch die von den Grafen von Görz ab ca. 1200 erlangten Gebiete im Landesinneren (Pazin) gefallen.
Die Existenz des Menschen im Gebiet von Istrien während des Paläolithikum ist durch Funde in der Romuald-Höhle im Limer-Kanal nachgewiesen. Die zweite Fundstätte ist Šandalja bei Pula, wo 12000 Jahre alte Überreste von Menschen gefunden wurden. Aus der jüngeren Steinzeit, um 6000 v. Chr. stammt die älteste, in den Höhlen auf den Inseln Cres, Lošinj und Krk gefundene Keramik, die sich durch ihre charakteristische Verzierung auszeichnet, die durch Eindrücken mit den Rändern einer Muschel oder von anderen Gegenständen ausgeführt wurde (Cardial- oder Impressokultur). Eine der ältesten nachgewiesenen Ansiedelungen in Istrien, der heutige Ort Premantura, reicht bis in die Bronzezeit zurück. In der Antike war die Halbinsel als Histria bekannt. Ihre Bewohner, die Histrier, werden von der Forschung entweder als mit den Venetern oder den Liburnern verwandt betrachtet. Die Römer lernten die Einwohner als verwegene Seeräuber kennen. Einen ersten Kriegszug nach Istrien unternahmen die Römer 221 v. Chr., nachdem sie das benachbarte Venetien in ihr Reich eingegliedert hatten. Zu erneuten Auseinandersetzungen der Römer mit den Histriern kam es, als erstere 181 v. Chr. die Kolonie Aquileia gründeten. Trotz intensiver Gegenwehr gelang es den Römern, Istrien bis 178 v. Chr. vollständig zu erobern. Bis zur Zeit Cäsars gehörte Istrien zum römischen Illyricum, das noch nicht vollständig als Provinz organisiert war. Unter Augustus und Tiberius wurde Istrien eine Region und bildete zusammen mit Venetien die sog. 10. region: 'Venetia et Histria' . Alle freien Bewohner Istriens waren seitdem römische Bürger.
Siehe auch: Histrier
Mittelalter [Bearbeiten]
Totentanz (15. Jahrhundert) in der St.-Maria-Kirche in Beram
In Istrien hielt sich das romanische Element durchgängig. Die Langobarden kamen 568 im Norden hinzu. Die einfallenden Slawen an der Ostgrenze oberhalb der Cicciaria verwüsteten Teile Istriens, vermochten es aber nicht einzunehmen und wurden von den Exarchen von Ravenna abgewehrt, vor allem während der Balkanfeldzüge des Maurikios durch Kallinikos.
Landnahme der Slawen [Bearbeiten]
In der ausgehenden Spätantike, im 6. Jahrhundert, rückten die Slawen (Kroaten, Slowenen und Serben) über die untere (im 5. Jahrhundert von den Westgoten verlassene) Donau vor und unternahmen Plünderungszüge zwischen den oströmischen Provinzen Illyrien und Makedonien (wichtige Informationen hierzu liefert auch die Chronik von Monemvasia). Hierbei operierten in der Regel kleinere Gruppen, die das unwegsame Gelände der Gebirge und die dichten Wälder ausnutzen. Da die damals reichen römischen Provinzen an der Ost-Adriaküste genug Beute hergaben, erfolgte eine Ansiedlung. Zunächst nur in den nicht mehr unter römischer Herrschaft stehenden und von den Langobarden 568 geräumten Gebieten des heutigen Istrien und Slawonien.
Da zu diesem Zeitpunkt eine ernst zu nehmende römische Balkanpolitik nicht stattfand, konnten die Slawen ungehindert zwischen den Julischen Alpen und dem Pelepones umherziehen und fast jährlich Teile des Balkans plündern. Nicht einmal der Hexamilion bei Korinth konnte die Südslawen aufhalten.
Frankenreich [Bearbeiten]
789 unterwarf Karlmann, Sohn Karls des Großen, Istrien dem Fränkischen Reich. 803 wurde es in die fränkische Mark Friaul eingegliedert. 827 erhielt das Patriarchat Aquileia die Metropolitangewalt über Istrien und seine Bischofssitze. 828 wurde die Mark Friaul in vier Grafschaften geteilt; Istrien bildete ab dann mit der Grafschaft Friaul die Mark Aquileia.
Hochmittelalter [Bearbeiten]
Die nördliche Adria und die Lagune von Venedig auf einer Karte des 17. Jh. (Joan Blaeu, Atlas Maior)
Im Hochmittelalter vergab Otto I. die Mark Aquileia (zusammen mit der Mark Verona) ab 952 an Bayern; ab 976 kam die Mark Aquileia an Kärnten. 1040 wurde Istrien von Heinrich III. in eine eigene, von Friaul abgesonderte Markgrafschaft des Heiligen Römischen Reiches umgewandelt.
Mit dieser Markgrafschaft, die auch unter dem Namen Meranien lief, wurden von 1040 bis 1208 nacheinander verschiedene Adelsgeschlechter belehnt, zuletzt ab 1170 die Grafen von Andechs, genannt Andechs-Meranien. Der erste von ihnen war Graf Berthold V., der auch Titularherzog von Dalmatien (Merania, Meran) war. Ihm folgte 1188 sein Sohn Berthold VI. und diesem 1204 sein vierter Sohn, Markgraf Heinrich von Istrien. Letzterem wurde 1208/09 die Teilnahme an der Ermordung König Philipps in die Schuhe geschoben, er verlor u. a. die Markgrafschaft und musste temporär ins Exil gehen.
Kaiser Otto IV. 1208 übergab sie dem Herzog Ludwig von Bayern. Dieser trat sie dem Patriarchen von Aquileia, Wolfger von Erla, ab, der darauf Anspruch erhob.
Da die Andechs-Meranier praktisch nie in Istrien residierten, bildeten sich dort relativ selbständige Besitzkomplexe des Patriarchats Aquileia, der örtlichen Bischöfe, venezianischer Klöster, der ravennatischen Bischofskirche Sant'Apollinare, der Dynastie von Duino (bei Triest) und der Grafen von Görz (Gorizia) heraus. Zusätzlich versuchte Venedig, zunächst erfolgreich, die Herrschaft über die Küstenstädte zu erringen. Sein Einfluss wurde jedoch in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts durch die Patriarchen von Aquileia wieder zurückgedrängt.
In der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts jedoch, als das Reich nach Ende der Staufer-Dynastie geschwächt war, konnte Venedig zu Lasten des Patriarchats von Aquileia wieder an Einfluss gewinnen. Parallel dazu bauten die Grafen von Görz ihren Einfluss im Inneren der Halbinsel – ebenfalls auf Kosten Aquileias – aus. Im Frieden von Treviso 1291 erhielten dann endgültig Venedig die Hoheit über die Küste von Koper (Capodistra) bis Rovinj (Rovigno) und die Grafen von Görz über die Karstgebiete im Inneren. Pola, das sich unabhängig gemacht hatte, kam erst 1331 unter venezianische Herrschaft. Triest konnte sich noch länger unabhängig halten; es unterstellte sich 1382 der Schutzherrschaft der Habsburger. An diese neuen Herren waren 1374 durch Erbvertrag auch die von den Grafen von Görz ab ca. 1200 erlangten Gebiete im Landesinneren (Pazin) gefallen.
